Am 9. September 2009 diskutierten im Club 2 zum Thema "Terroranschlag 9/11 - Mythen und Wahrheit" bei Michael Köhmleier:

Club 2: Terroranschlag 9/11 - Mythen und Wahrheit


Dieser Club 2 spaltete sich hauptsächlich in zwei Themenbereiche: Zum einen in den Teilbereich der Verschwörungstheorie, zum anderen in jenen der geopolitischen Ursachen und Folgen der Anschläge des 11. September.

Karlheinz Muhr, ein Augenzeuge des Anschlags, erinnerte sich an ein "irrsinnig lautes Geräusch", als der erste Jet sich dem World Trade Center näherte. Zwar war er nicht direkt Beroffen, konnte die Türme aber direkt sehen. Nachdem auch der zweite Turm unter Beschuss geraten war, dachte er bloß noch: "Let´s get the hell out of here!"

Doch für den Verschwörungstheoretiker Gerhard Wisnewski stecken jedoch ganz andere Mächte hinter dem Einsturz der Wolkenkratzer. Es sei "naiv" und "absolut ausgeschlossen", so Wisnewski, dass Hochhäuser "wie Aufzüge" zusammensacken können. Er vermutet dahinter eine gezielte Sprengung amerikanischer Regierungskreise, um Kriegshandlungen zu legitimeren.

Doch wozu sprengen, wenn gleichzeitig ein Flugzeug reinfliegt? "Das ist doch unsinnig!", urteilt Georg Hoffman-Ostenhof. Ein "Humbug", dem man keine Zeit widmen sollte, pflichtete Karlheinz Muhr bei. Aber ein Drittel der amerikanischen Bevölkerung glaubt daran, warf Gastgeber Michael Köhlmeier ein. Ein Drittel? "Glaub ich nicht!"

Militiärexperte Gerald Karner lobte Wisnewskis schriftstellerisches Schaffen immerhin als "interessante Fiction", wäre insgesamt aber doch Zeitverschwendung. Auch der Politologe Heinz Gärtner wies darauf hin, dass alle Verschwörungen in den USA bislang aufgeklärt wurden, wie etwa Watergate oder die vermeintlichen Massenvernichtungswaffen im Irak. Doch die im Falle von 9/11 fand die Untersuchungskommission nicht den "leistesten Verdacht". Journalisten-Urgestein Peter Scholl-Latour erinnerte daran, dass es ähnliche Verschwörungstheorien auch in Russland gegeben habe. Vladimir Putin wurde damals vorgeworfen, er habe Häuser gesprengt, um gegen Tschetschenien Krieg führen zu können. "Ich über nehme diese These nicht", stellte Scholl-Latour aber klar.

Wisnewski selbst hingegen argumentierte, dass der Hauswart, der zunächst von Präsident George W. Bush zum Helden stilisiert wurde und eine Auszeichnung bekam, verdächtige Beobachtungen gemacht hätte. Warum eine Regierung, der es gelingt, eine Verschwörung von solchem Ausmaß zu verschleiern, dann den dilettantischen Fehler macht, ausgerechnet einen Augenzeigen ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken, verriet er jedoch nicht.

Ein Fazit lässt sich aus der Debatte also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schließen: Wisnewski konnte keinen seiner Mitdiskutanten überzeugen. Immerhin: Umgekehrt auch nicht.

Interessante Reaktionen gab es aber auch auf Twitter: "Buchautor/Filmemacher bei #Club2 - na klar ist der FÜR die Verschwörungstheorie ; womit verdient er wohl sein Geld? #Dummies", meinte etwa @Igby_000. In die selbe Kerbe schlug auch @HubertSickinger: "Meine Güte, Verschwörungstheoretiker Gerhard Wisniewski im #club2... laut dem war auch die Mondlandung ein Fake und wurde Haider ermordet." Ganz anders sieht es hingegen @muli666: "Unterm Strich hätte man sich diesen #CLUB2 sparen können,wenn man Sonntag Nacht die Dokumentation über Ungereimtheiten bei 9/11 gesehen hat".

Vermutlich braucht Gerhard Wisnewski um Leserschaft auch weiterhin nicht zu bangen.

Reaktion:
Club 2 - "Terroranschlag 9/11 - Mythen und Wahrheit" (therealstories.wordpress.com)


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