Zum Thema "Die Zukunft des ORF - Qualität und Quote?" diskutieren am 16. September 2009 bei Rudolf Nagiller:

Die Zukunft des ORF - Qualität und Quote?

Anlässlich einer am darauffolgenden Tag stattfindenden Enquete im Parlament über die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich wurde das Thema auch im Club 2 aufgegriffen. Am Beginn der Sendung stand - ganz klassisch - die Begriffsdefinition des Wortes "Qualität" im Zentrum der Auseinandersetzung.

Für Helmut Thoma ist "Qualität" vor allem ein "handwerklicher Begriff" und auch Paul Schauer betonte in diesem Zusammenhang die "Technik". Für Rudolf Bretschneider lassen sich die Kriterien für Qualität letztlich nicht definieren. Bretschneider wies darauf hin, dass der ORF auch einen Unterhaltungsauftrag habe - und da sei eine Qualitätsbeschreibung erst recht schwierig. Alexandra Föder-Schmid wurde gleich ganz konkret: Unter Qualität versteht sie die ZiB2 sowie die Journale auf Ö1, während das Serienprogramm auf ORF1 nicht darunter fallen. Besonders scharf kritisierte sie auch die Rückholung des Society-Reporters Dominic Heinzl.

Danach pendelte sich der Schlagabtausch zwischen Marktradikalismus á la Helmut Thoma und Pragmatismus á la Alexander Wrabetz ein und folgte dabei den gewohnten Argumentationslinien, etwa dass eine Schwächung des ORF vor allem der ausländischen Konkurrenz nützen würde. So führte Alexander Wrabetz etwa die Förderung der österreichischen Kabarett-Szene ins Treffen. Helmut Thoma glänzte mit seinen altbekannten Slogans wie "Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler" und "Das Leben ist im Seichten entstanden." Für ihn sind die Unterschiede zwischen Privaten und Öffentlich-Rechtlichen ohnehin schon "ganz klein geworden", man könne daher die "Dinosaurier" ganz abschaffen und stattdessen lieber einzelne Programme staatlich subventionieren.

Das seien "Argumente aus den 80er Jahren", entgegnete ZDF-Intendant Markus Schächter, natürlich gebe es Unterschiede in Qualität und Quantität zwischen öffentlich-rechtlicher Berichterstattung und jener der Privatsender, während Alexandra Föderl-Schmidt vor allem ihre Kritik bekräftigte, dass ihr die Serien auf ORF1 nicht gefallen.

Natürlich wurde auch wieder fleißig auf Twitter mitdiskutiert: "Wrabetz grenzt von Deutschland ab, macht aber vor allem Kampfprogrammierung gegen deutsche Sender, statt Programm für Österreich", kritisierte etwa @mzaustria. Und @medienpirat meinte: "Mit 3400 Mitarbeiter kein Frühstücksfernsehen zusammen zu bringen ist eine wirtschaftliche Leistung." Wieso es Medienanstalten wie der ORF derzeit auch wirklich nicht leicht haben, zeigte eine Reaktion von @JuanesSteiner: "#club2 abgeschalten und hoer mir jetzt den neuen tellerrand pocast vom @podpimp an - sollen die alten medien doch verrotten".